Portrait- &

Lifestylefotografie

Wenn das Leben dir Zitronen gibt


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Internet ist böse und Social Media zeichnet ein unrealistisches Bild eines Lebens, wie es sein sollte. Wie andere es leben, voller Fröhlichkeit, Lachen, Freunden und immer scheint die Sonne. Diese Vorwürfe kennen wir ja und die Problematik ist uns bewusst, auch wenn wir fröhlich in den Gute-Laune-Zirkus mit einstimmen, der auf den Sozialen Medien grassiert. Es ist tatsächlich eine verzerrte Welt, die sich aus den vielen einzelnen Fragmenten aus Highlights und Erlebnissen verschiedenster Personen zusammensetzt und sich als News-Feed auf unsere kleinen Displays und in unsere Wahrnehmung schleicht. Böse, sagen wir. Erdrückend und verhängnisvoll die Experten in Zeitungen und Kommentarspalten. Ist ja auch so.

Aber Leute, so war es bereits vor Social Media. Wenn ich mich mit meinem Nachbarn auf dem Flur unterhalte, erzähle ich ihm ja auch nicht davon, dass die Rüebli in meinem Kühlschrank aufgrund Nichtbenutzung wieder mal schwarz angelaufen sind und ich nur deshalb auf dem Flur stehe, weil ich sie gerade im Grüncontainer entsorgen musste. Nein, ich fabuliere wahrscheinlich, dass ich es toll finde, ab und zu die Sonne auf der Haut zu spüren, wie gerade eben, als ich noch draussen war. Habe ich nicht recht? Nach den Sommerferien mussten wir in der Schule jeweils kurz erzählen, was wir Besonderes erlebt hatten. Nicht ein Schüler berichtete von seinem Mega-Sonnenbrand oder dass der Mama die Handtasche auf dem Markt entrissen wurde. Alle waren immer den ganzen Tag im Pool oder im Meer und ernährten sich basically von Glacé und Eistee.

Ich stehe nur deshalb auf dem Flur, weil ich die schwarz angelaufenen Rüebli

im Grüncontainer entsorgen musste.

Ich denke, die wirkliche Problematik ist der Online-Zusatzfaktor "Publikumsmasse". Beschränkte sich die Zuhörerzahl unserer Badeferien-Glacékur-Geschichten auf 18 Mitschüler und eine Lehrperson ist die Verbreitung unserer Online-Märchen uneingeschränkt. Und die Instagram-Follower können die Überreste des Mega-Sonnenbrandes, die verräterisch am Halsausschnitt sichtbar sind nicht sehen. Wenn also hundert Menschen die Geschichte hören, oder gar tausend, wird sie dann nicht irgendwie wahrer?

Wenn hundert Menschen die Geschichte hören, oder gar tausend,

wird sie dann nicht irgendwie wahrer?

Dies soll kein Artikel zur Kritik oder zur Beurteilung der Rolle von Social Media und Internet in unserem Leben sein, wirklich nicht. Erwähnt sei an dieser Stelle auch, dass wir als Fotografen ja genau die Trommel zu rühren helfen, die eben nur die Glacé-Geschichte erzählt. Dafür werden wir gebucht. Um die schönen Momente festzuhalten, die unbeschwerten und eben jene, an die man sich später erinnern möchte. Unser Hirn blendet rückwirkend automatisch negative Gefühle aus - deshalb werden wir ja nostalgisch, wenn wir uns an unsere Kindheit oder unsere ersten Ferien am Meer erinnern. Wir meinen ja selber, dass wir uns in den Ferien damals im Tessin, wisst ihr noch, nur von Glacé ernährt haben und während unserer gesamten Kindheit ständig die Sonne schien.

Das einzige, was ich sicher weiss, ist, dass ich völlig vom Thema, von der Geschichte, die ich euch eigentlich erzählen wollte, abgeschweift bin.

Die Spanier haben dann dasselbe Problem

wie wir ein paar Monate später mit den Zucchetti.

Die Geschichte beginnt mit zwei Todesfällen in der engen Familie, auf die ich nicht näher eingehen möchte, aber von denen einer uns ein paar Tage nach Spanien führte. In der Schweiz war gerade endlich Frühling geworden - auf der Iberischen Halbinsel fühlte es sich bereits nach Sommer an. Genau zu dieser Zeit hängen dort massenweise Zitronen schwer, gelb und reif an den kleinen Bäumen. Die Spanier haben dann dasselbe Problem wie wir ein paar Monate später mit den Zucchetti: Jeder hat welche, mehr, als er selber verwerten kann, und Abnehmer finden sich spärlich. So kam es, dass wir mit einem Handgepäck voller Zitronen zurückkehrten in den Schweizer Frühling.

Na, was würdet ihr mit 15kg Zitronen so anstellen? Für mich war der Fall klar: Fotos. Und als Nebenprodukt, kandierte Zitronen. Was sich als gar nicht so einfach erwies. Erstens war es schon eine Herausforderung, ständig mit klebrigen Händen von der Küche ins Wohnzimmer zu pendeln für jedes neue Foto (warum ich niemals Foodbloggerin werde, habe ich euch ja bereits erzählt). Dann ist der Kandier-Prozess sehr langwierig - man muss tagelang X-Mal Zuckersirup in wechselnden Temperaturen über die Zitronenscheiben träufeln, die Zitronenscheiben fein säuberlich aus dem Wasser heben, ohne dass das Fruchtfleisch auf- oder abreisst und man braucht sehr sehr viel Platz. Dafür ist unsere Küche im Moment nicht ausgelegt. Spass gemacht hat es trotzdem, jedoch ist das Resultat eher dürftig. Aus dem übergebliebenen Zuckersirup habe ich allerdings Zitronensirup hergestellt, welcher sehr lecker schmeckt und auch noch hübsch aussieht!

Wenn das Leben euch also Zitronen gibt, macht Sirup daraus und postet es auf Social Media! :)

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