Portrait- &

Lifestylefotografie

Visual Grand Cru

Aktualisiert: 15. Aug 2019



Manchmal muss man als Fotografin aus chaotischen Zuständen, mitten im Sturm oder vor hässlichen Hintergründen ordentliche Fotos zustandebringen. Aber manchmal muss man als Fotografin auch an die atemberaubendsten Orte mit den schönsten Aussichten und den charmantesten Menschen. Und schauen, dass sie vor lauter Staunen auch noch ein paar ordentliche Fotos hinbekommt. Die Hochzeit von Irene und Hanspeter war so ein Tag. Wohlgemerkt einer von der zweiten Sorte. Und sie war auch die kleinste Hochzeit, an der ich je teilnehmen durfte.

Manchmal muss man an die atemberaubendsten Orte mit den schönsten Aussichten.

Am idyllischen Bielersee hielten wir das intime Shooting des Hochzeitspaares ab. Die kleine Kirche in Sutz, wo die beiden sich verlobt hatten, steht hoch über dem See am Rande des verschlafenen Dorfs. Es ist ein Ort, so scheint es, an dem nichts den Frieden jemals stört. Nur das Lachen der beiden Verliebten an diesem Tag, das Blitzen des Sonnenlichts, das sich in den fragilen High Heels der Braut reflektierte und meine eiligen Schritte, um die besten Winkel, die verliebten Blicke und sanften Berührungen festzuhalten. Hach ja, ich weiss, es ist so ein Kitsch. Aber was für ein schöner! Ich habe euch ja bereits letzten Herbst gewarnt, ich kann mit solchen Bilderbuch-Momenten einfach nicht umgehen. Und es wird noch besser.

Hach ja, ich weiss, was für ein Kitsch.

Die Trauung fand nämlich im Grandhotel Giessbach statt. Nicht genug, dass ich auf dem Weg dorthin an einem spiegelglatten, türkisblauen Brienzersee entlangfuhr, der dem lobpreisendsten aller japanischen Reiseführer entsprungen zu sein schien. So führte mich mein Navi weg von der Autobahn auf eine kleine Passstrasse, auf der nur an den wenigsten Stellen zwei Fahrzeuge kreuzen können, steil hinauf mitten in den tiefen Wald. Menschenleere Wildnis, kein Geräusch ausser Vogelgezwitscher und dem Motor meines Wagens. Ich bin völlig am falschen Ort, dachte ich, kurze Panik flackerte auf, als ich überschlug, wie lange ich benötigen würde, um zurück zur Autobahn zu fahren und den richtigen Weg ausfindig zu machen. Wer schon einmal das Grandhotel Giessbach besucht hat, schmunzelt jetzt vielleicht, weil es ihm oder ihr damals genauso erging. Denn diese verschlungene Strasse führt tatsächlich zum Grandhotel Giessbach. Und wer sich jetzt vielleicht - wie ich - nach so viel Wald eine Art Chalet vorstellt, wird sich die Augen reiben, wenn er um die letzte Kurve biegt.

Das Grandhotel verkörpert die Romantik und den Charme

vergangener, ruhmvoller Zeiten.

Das Rauschen der tosenden Giessbachfälle kündigt ein Gebäude an, das mit seiner Belle-Epoque-Herrlichkeit, Noblesse und altehrwürdiger Prachtsarchitektur seinesgleichen sucht. Das Grandhotel Giessbach verkörpert die Romantik und den Charme vergangener, ruhmvoller Zeiten - so steht es auf der Webseite. In der Tat wähnt man sich in einem Film, in dem Herren mit Frack, Zylinder und Monokel den Damen in ausladenden, berüschten Roben ihren Arm anbieten, damit jene beim Ausblick über den funkelnden Brienzersee nicht in Ohnmacht fallen. Und inmitten dieser unbeschreiblichen Kulisse befindet sich ein offizielles Standesamt des Kantons Bern.

Ihr denkt bestimmt, ich übertreibe masslos, nicht? Ihr werdet staunen!

























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